Kirche

 

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Plankstadt

 
Das heutige Kirchengebäude ist mehr als 250 Jahre alt. Der Vorgängerbau ist bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. Mit Einführung der Reformation unter Kurfürst Ottheinrich in Heidelberg wird die Plankstadter Kirche Simultankirche: sie wird sowohl von Protestanten als auch von Katholiken genutzt. 1705 wird sie allein der protestantischen Gemeinde zugesprochen.
1752 / 54 Das baufällig gewordene Gotteshaus wird durch einen Neubau ersetzt, das heutige Kirchengebäude. Dabei wird der Turm seitlich an das Gebäude gebaut.
 
 
 
1767 Eine Empore wird in die Kirche eingebaut.
1826 Der seitliche Turm wird ersetzt durch einen neuen, der an die Stirnseite des Hauses gebaut wird.
1948 Erneuerung der Empore
1956 Erweiterung der Kirche durch Anbau des Altarraums
1977 Erneuerung der Orgel, dabei wird auch ihr Standort von der Mitte der Empore auf die Westseite verlegt.
1983 Einbau einer Fußbodenheizung und Steinfußboden.
2002 Innenrenovierung
 
 

Die Kirchfenster

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Plankstadt

 
von der Künstlerin Beate Wassermann
 
Die im Altarraum mit der Innenrenovierung der Kirche neu entstandenen Kirchenfenster verkünden das Leben - viel Licht und warme Farben.
 
Das Fensterband in der Apsis steht unter dem Thema:
"Friede, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung"
 
 
Das Westfenster

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Plankstadt

 
Rechts im Altarraum das Schöpfungsfenster (das Westfenster) mit den Farben grün und orange - mitten drin das Mosaik der Schöpferhand Gottes.
 
 
Das Südfenster

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Plankstadt


In der Mitte (das Südfenster) dominiert die Farbe weiß: Friede und Gerechtigkeit auf Erden - so will es Gott für die Menschen.


Das gelbe Dreieck symbolisiert die Dreieinigkeit, die Gegenwart Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Gott ist immer da in seinem Kosmos - der Kosmos, er ist auch als Mosaik dargestellt

 

 
Das Ostfenster

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Plankstadt

 
Links (das Ostfenster) dann ein Fenster, dessen rechte Hälfte man als ,,Chaosfenster" bezeichnen könnte - Licht und Dunkel durcheinander: das ist die menschliche Realität. Es misslingt oft, in Frieden und Gerechtigkeit zu leben und die Schöpfung zu bewahren. Wir Menschen leben in Widersprüchen, das Leben hat Brüche, dunkle Seiten.

Das Dunkel des Fensters ist in der Farbe des Altars wieder aufgenommen: dorthin können Menschen, so glauben es die Christen, immer kommen mit allem, was sie bewegt. Bei Gott können sie alles Dunkle, Schuld und Versagen klagen und ablegen.

Die linke Hälfte des Fensters ist dann das Auferstehungsfenster, das Hoffnungsfenster - von alters her das Ostfenster in den Kirchen. Hier ist alles gelb - das Licht Gottes wird sich durchsetzen, sein Reich wird erwartet, in dem alles gut sein wird und die Menschen in Gottes Liebe aufgehoben sein werden, vollkommen - das rote Viereck in dem Gelb kann das symbolisieren.

Doch alle, die die Fenster betrachten, sollen sich Ihre eigenen Gedanken machen und sie werden auch unterschiedliche Deutungen finden. So ist es gedacht.
 
 

Beate Wassermann...

... hat 1969-1975 Malerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert und arbeitet heute als freie Künstlerin in dieser Stadt.

Gleich bei ihrer ersten Glasgestaltung, den Fenstern in der Rogate Kirche in Hamburg Maiendorf 1995 stellte sie unter Beweis, wie sicher sie eine Aufgabe im monumentalen Bereich zu meistern und mit durchleuchteten Farben zu arbeiten versteht. Seither wurde sie zu manchen Wettbewerben eingeladen und ging nicht selten als Siegerin daraus hervor.

1998 gestaltete sie zwei Glaswände für die Unfallklinik in Ludwigshafen, 2001 die Fenster für die evangelische Friedenskirche in Münster Altenberge und 2003 neben den Fenstern in Plankstadt diejenigen für das alte Hauptgebäude der Universität Hamburg in der Edmund Siemens Allee.

Bei ihren unkonventionellen Glasgestaltungen finden sich geometrische und freie Formen in einem den Vorgaben der Architektur folgenden, aber meist sehr locker aufgebauten Gefüge zusammen.↵

Die Transparenz des Glases fasziniert sie und reizt sie immer wieder neu zu einem vielschichtigen Wechsel zwischen offener Nutzung und Verschleierung dieses ästhetischen Angebots durch die Wahl der Glassorte und vor allem durch die Malerei.

Ihre Arbeiten bieten daher mit vielfach abgestuften Verbindungen von mattem und leuchtendem Farblicht einerseits sowie ungebrochenem Tageslicht andererseits viel zu schauen und regen den Betrachter an, sich dem Spiel von Wahrnehmung und Anspielung reflektierend hinzugeben.↵

(Suzanne Beeh-Lustenberger, Kunsthistorikerin)
 
 
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Paramente

Die liturgischen Farben im Kirchenjahr
Die liturgischen Farben gehören zu unseren Gottesdiensten dazu, an ihnen wird sozusagen der „Terminkalender“ der Kirche abgelesen. In der evangelischen Kirche werden die liturgischen Farben an den Paramenten (vom lateinischen parare: bereiten), dem Behang am Altar und dem Behang an der Kanzel gezeigt. Wenn in der Gemeinde üblich, trägt auch die Stola des Pfarrers, der Pfarrerin die entsprechende liturgische Farbe.

In unserer Plankstadter Kirche gibt es seit dem Jahr 2004 (250-jähriges Jubiläum) neue Paramente. Sie wurden speziell für unsere Kirche entworfen und in Gobelin-Technik von Hand gewebt.

Als Erstes wurden eine Werkstatt und ein Künstler, eine Künstlerin ausgesucht. Die Wahl fiel auf die Diplom-Designerin Annett Hildebrandt aus Dresden. Nach einer Besichtigung unserer Kirche erstellte sie zwei Serien von Entwürfen, aus denen der Kirchengemeinderat in Absprache mit der Gemeindeversammlung die Entwürfe aussuchte.
In ihren Arbeiten orientierte sich die Künstlerin vor allem an dem Fensterband im Altarraum und nahm Formen und Farbtöne auf. Damit setzen die Paramente einen Akzent in den Raum und bringen den Blick des Betrachters von den Fenstern wieder nach unten zum Altar. Durch die Entsprechung wirken Fenster und Altar mit Parament als Einheit.
Die Grundfarben der Behänge sind durch den liturgischen Kalender bestimmt:
 
 
Parament Weiß

Quelle: Ute Schuhmacher

Quelle: Ute Schuhmacher


Weiß ist die Farbe des Christusfestes. Die Farbe geht auf das weiße Taufgewand zurück, das in der alten Kirche üblich war.
Als Farbe des Lichtes und der himmlischen Klarheit schmückt das Weiß die Kirche
- in der Weihnachtszeit
- an Gründonnerstag als Danktag innerhalb der Karwoche, weil Jesus das Heilige Abendmahl eingesetzt hat,
- zu Ostern als Fest der Auferstehung und größtes Fest der Christenheit
- am Ewigkeitssonntag (im Volksmund Totensonntag), weil wir nicht auf den Tod schauen wollen sondern auf das danach: Gottes Ewigkeit
In unseren Behängen finden wir strahlende Goldtöne und das Dreieck, das an die Dreieinigkeit erinnert.

 

 
Parament Violett

Quelle: Ute Schuhmacher

Quelle: Ute Schuhmacher

Violett ist die Farbe für die Vorbereitungs- und Bußzeiten der Kirche.
Das Violett schmückt die Kirche
- am Buß- und Bettag
- in der Adventszeit
- in der Fastenzeit vor Ostern (Passionszeit)
In unseren Behängen sind Teile der Dornenkrone Jesu zu erkennen
 
Parament Rot

Quelle: Ute Schuhmacher

Quelle: Ute Schuhmacher

Rot gilt als die Farbe des Feuers des Heiligen Geistes und auch des Blutes der Märtyrer.
Das Rot finden wir als liturgische Farbe
- an Pfingsten
- am Reformationsfest
- bei der Konfirmation, in der wir in besonderer Weise um den Heiligen Geistes bitten
- an Märtyrertagen (Peter und Paul, Stephanus), die aber bei uns nicht begangen werden
In unseren roten Behängen können wir Formen von Flammen erkennen.
 
 
Parament Grün

Quelle: Ute Schuhmacher

Quelle: Ute Schuhmacher

Grün gilt als Farbe der aufgehenden Saat. Diese Farbe steht für die „festlose“ Zeit im Kirchenjahr, die Zeit des stillen Wachsens.
Die Farbe Grün schmückt die Kirche in der Epiphaniaszeit und der Trinitatiszeit.
In unseren Behängen sind drei Schalen angedeutet, in die sich der Fluss des Heiligen Geistes ergießt.
 
 
Parament Schwarz

Quelle: Ute Schuhmacher

Quelle: Ute Schuhmacher

Schwarz als Farbe der Trauer wird an Karfreitag und zu Bestattungen aufgehängt. In dieser Farbe haben wir keine neuen Behänge, es werden weiterhin die bisherigen verwendet.
Das Altarparament stellt die drei Kreuze auf dem Hügel Golgatha dar und erinnert damit an das Leiden Jesu, der für uns Leid und Tod überwunden hat.