Paramente

Die liturgischen Farben im Kirchenjahr

Die liturgischen Farben gehören zu unseren Gottesdiensten dazu, an ihnen wird sozusagen der „Terminkalender“ der Kirche abgelesen. In der evangelischen Kirche werden die liturgischen Farben an den Paramenten (vom lateinischen parare: bereiten), dem Behang am Altar und dem Behang an der Kanzel gezeigt. Wenn in der Gemeinde üblich, trägt auch die Stola des Pfarrers, der Pfarrerin die entsprechende liturgische Farbe.

In unserer Plankstadter Kirche gibt es seit dem Jahr 2004 (250-jähriges Jubiläum) neue Paramente. Sie wurden speziell für unsere Kirche entworfen und in Gobelin-Technik von Hand gewebt.

Als Erstes wurden eine Werkstatt und ein Künstler, eine Künstlerin ausgesucht. Die Wahl fiel auf die Diplom-Designerin Annett Hildebrandt aus Dresden. Nach einer Besichtigung unserer Kirche erstellte sie zwei Serien von Entwürfen, aus denen der Kirchengemeinderat in Absprache mit der Gemeindeversammlung die Entwürfe aussuchte.
In ihren Arbeiten orientierte sich die Künstlerin vor allem an dem Fensterband im Altarraum und nahm Formen und Farbtöne auf. Damit setzen die Paramente einen Akzent in den Raum und bringen den Blick des Betrachters von den Fenstern wieder nach unten zum Altar. Durch die Entsprechung wirken Fenster und Altar mit Parament als Einheit.
Die Grundfarben der Behänge sind durch den liturgischen Kalender bestimmt:

Weiß ist die Farbe des Christusfestes. Die Farbe geht auf das weiße Taufgewand zurück, das in der alten Kirche üblich war.
Als Farbe des Lichtes und der himmlischen Klarheit schmückt das Weiß die Kirche
- in der Weihnachtszeit
- an Gründonnerstag als Danktag innerhalb der Karwoche, weil Jesus das Heilige Abendmahl eingesetzt hat,
- zu Ostern als Fest der Auferstehung und größtes Fest der Christenheit
- am Ewigkeitssonntag (im Volksmund Totensonntag), weil wir nicht auf den Tod schauen wollen sondern auf das danach: Gottes Ewigkeit
In unseren Behängen finden wir strahlende Goldtöne und das Dreieck, das an die Dreieinigkeit erinnert.








   
Violett ist die Farbe für die Vorbereitungs- und Bußzeiten der Kirche.
Das Violett schmückt die Kirche
- am Buß- und Bettag
- in der Adventszeit
- in der Fastenzeit vor Ostern (Passionszeit)
In unseren Behängen sind Teile der Dornenkrone Jesu zu erkennen.









Rot gilt als die Farbe des Feuers des Heiligen Geistes und auch des Blutes der Märtyrer.
Das Rot finden wir als liturgische Farbe
- an Pfingsten
- am Reformationsfest
- bei der Konfirmation, in der wir in besonderer Weise um den Heiligen Geistes bitten
- an Märtyrertagen (Peter und Paul, Stephanus), die aber bei uns nicht begangen werden
In unseren roten Behängen können wir Formen von Flammen erkennen.








 
Grün gilt als Farbe der aufgehenden Saat. Diese Farbe steht für die „festlose“ Zeit im Kirchenjahr, die Zeit des stillen Wachsens.
Die Farbe Grün schmückt die Kirche in der Epiphaniaszeit und der Trinitatiszeit.
In unseren Behängen sind drei Schalen angedeutet, in die sich der Fluss des Heiligen Geistes ergießt.









Schwarz als Farbe der Trauer wird an Karfreitag und zu Bestattungen aufgehängt. In dieser Farbe haben wir keine neuen Behänge, es werden weiterhin die bisherigen verwendet.
Das Altarparament stellt die drei Kreuze auf dem Hügel Golgatha dar und erinnert damit an das Leiden Jesu, der für uns Leid und Tod überwunden hat.

(Fotos: Ute Schuhmacher)

Unsere neuen Paramente wurden ausschließlich durch Spenden anlässlich der Jubelkonfirmationen in den letzten Jahren und Einzelspenden finanziert.

(A. Steinebrunner)

 

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